
Der am 10. August veröffentlichte vdp-Index für das zweite Quartal zeigt eine wichtige Trennung: Wohnimmobilien verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent, Büroimmobilien verbilligten sich um 1,2 Prozent. Die Daten beschreiben April bis Juni, nicht bereits den September. Wer daraus eine Aussage über jede deutsche Immobilie ableitet, übersieht sowohl den Zeitraum als auch die Nutzung des Gebäudes.
Transaktionen sind hilfreicher als Wunschpreise
Der Index verwendet tatsächliche Transaktionsdaten von mehr als 700 Kreditinstituten. Trotzdem bleibt er ein Marktmaßstab und kein Gutachten für eine bestimmte Wohnung. Lage, energetischer Zustand und anstehende Arbeiten können den Wert einzelner Objekte stärker verändern als der bundesweite Durchschnitt. Auch die neue Indexbasis 2022 sollte bei längerfristigen Vergleichen einheitlich verwendet werden.
Eine höhere Miete ist noch keine bessere Nettorendite
Eine beispielhafte Wohnung für 300.000 Euro mit 12.000 Euro jährlicher Kaltmiete erzielt vier Prozent Bruttomietrendite. Kaufnebenkosten, nicht umlagefähige Ausgaben, Leerstand und Instandhaltung sind darin nicht abgezogen. Steigt die Miete, während größere Sanierungen anstehen, kann der tatsächlich verfügbare Überschuss trotzdem sinken.
Lassen Sie sich vor dem Kauf Wirtschaftsplan, Rücklagen und geplante Maßnahmen zeigen und rechnen Sie mit einem konkreten Finanzierungsangebot. Der Index hilft bei der Einordnung, ersetzt aber weder Objektprüfung noch Haushaltsrechnung. Besonders irreführend wäre es, eine Wohnpreiszahl auf einen Büroimmobilienfonds zu übertragen.