
Der Marktbericht der Deutschen Börse vom 11. September beschreibt einen Bitcoin-Sprung von mehr als 25 Prozent innerhalb weniger Augusttage und hohe Zuflüsse in börsengehandelte Kryptoprodukte. Danach wurde die Bewegung schwächer. Für ein deutsches Depot stellt sich damit eine konkrete Frage: Entspricht die Rendite des eigenen Produkts überhaupt der oft zitierten Bitcoin-Rendite in US-Dollar?
Ein ETP ist eine Verpackung mit eigenen Bedingungen
ETP ist ein Sammelbegriff für börsengehandelte Produkte. Die rechtliche Ausgestaltung, Besicherung und laufenden Kosten müssen im jeweiligen Basisinformationsblatt stehen. Ein Euro-Handelspreis beseitigt zudem nicht automatisch den Einfluss des Wechselkurses. Produktwährung, Handelswährung und wirtschaftliches Währungsrisiko können auseinanderfallen.
Zwei Kurse statt einer schönen Prozentzahl
Steigt eine Anlage in Dollar hypothetisch um zehn Prozent, während der Dollar gegenüber dem Euro um fünf Prozent verliert, ergibt sich vor Kosten ungefähr ein Plus von 4,5 Prozent: 1,10 mal 0,95 minus eins. Das ist ein Rechenbeispiel und keine Prognose. Eine vorhandene Währungsabsicherung würde die Rechnung verändern und kann selbst Kosten verursachen.
Vergleichen Sie Kauf- und Verkaufskurs zur selben Zeit und achten Sie auf den Spread, also deren Abstand. Zuflüsse zeigen Nachfrage nach Produkten, garantieren aber keinen weiteren Kursanstieg. Vor einer Order sollten Produktunterlagen, Handelszeiten und die mögliche Verlusthöhe klarer sein als die Erinnerung an die letzte Rally.